Gute Verwaltung braucht gutes Personal. Wie die Stadt qualifizierte Bewerber_innen anlockt.

Berlins Verwaltung hat seit der Wiedervereinigung Großes geleistet. Die Verwaltungsapparate von Ost und West wurden erfolgreich zusammengeführt und konsolidiert, Personal wurde abgebaut. Doch wurde der Bogen inzwischen überspannt: Nach einem jahrelangen Einstellungsstopp ist ein großer Teil der Mitarbeiter_innen heute auf dem Weg in den Ruhestand und immer mehr Einstellungen werden nötig, um das aktuelle Personalniveau zu halten.

Dabei hat die Verwaltung in einem umkämpften Markt bei der Suche nach qualifiziertem Führungspersonal oft schlechte Karten. Gründe dafür sind die unterdurchschnittliche Bezahlung, unsinnige Zugangsbeschränkungen, überlange Besetzungsverfahren und unflexible Laufbahnen. So ist es schwer, mit dem Bund, dem Brandenburger Umland und der Privatwirtschaft zu konkurrieren.

Ein starkes Stadtmanagement lebt von der Motivation und Leistungsfähigkeit seiner Mitarbeiter_innen. Um den Personalmangel in den Griff zu bekommen, muss die Verwaltung deshalb schnell wieder attraktiv für stark gefragte Bewerber_innen werden.

Sofortmaßnahmen

Das Personalvertretungsgesetz und das Landesgleichstellungsgesetz flexibler gestalten
So können die momentan drei bis fünf Monate dauernden Besetzungsverfahren beschleunigt werden.

Zugangsbeschränkungen zu Führungspositionen abschaffen
Oft versperren unverhältnismäßige Anforderungen – beispielsweise der Nachweis langer Praxiszeiten – qualifizierten Bewerber_innen den Weg in den Öffentlichen Dienst.

Den Verwendungsaufstieg aus dem gehobenen in den höheren allgemeinen Verwaltungsdienst wieder einführen
Wer qualifiziertem Personal nicht die Möglichkeit gibt, sich beruflich weiterzuentwickeln, vergrault gute Mitarbeiter_innen und bremst die eigene Führungsebene aus. Deshalb sollten Aufstieg und Laufbahnwechsel nicht unnötig erschwert werden.

Den Wechsel zwischen Laufbahnrichtungen erleichtern
Flexible und individuelle Strukturen binden gutes Personal.

Eingruppierungen anheben
In Mangelberufen und bezirklichen Führungspositionen muss die Besoldung attraktiver werden, um mit Bund, Ländern und der freien Wirtschaft um gute Mitarbeiter_innen konkurrieren zu können.